Gewässer-Monitoring
Arbeitsgruppe der Universität des Saarlandes

Zielsetzung


Fließgewässer sindein Bild der Ill äußerst dynamische Systeme. Obwohl dies vermuten lässt, dass sie sich in kurzer Zeit an neue Situationen anzupassen vermögen, so reagieren sie dennoch sehr sensibel auf negative Einflüsse. Neben einem – in unseren Breiten vornehmlich temperaturbedingten – natürlichen Jahreszyklus weisen Gewässer auch sehr ausgeprägte Tagesschwankungen auf. Zudem treten die von unserer Gesellschaft ausgehenden Beeinträchtigungen von Gewässern oft in Form von kurzfristigen Belastungsstößen auf, wie z.B. durch Entlastung von Regenüberlauf-Bauwerken oder durch Einspülung von Düngemitteln nach Regenfällen.
Daher können nur kontinuierliche Messmethoden, welche eine Analyse des Wassers in hoher zeitlicher Auflösung erlauben, grundlegenden Aufschluss über alle relevanten natürlichen Abläufe und anthropogenen Einträge in einem Fließgewässer geben.

Grundlagen

Zum Verständnis dieser Vorgänge ist die gemeinsame Betrachtung der Konzentrationsschwankungen verschiedener Parameter sowie deren Interpretation unter Berücksichtigung weiterer Kriterien unabdingbar. Daher schließen wir umfassende Informationen wie hydrologische Werte (z.B. Pegelstände und Abflussmengen), Klimadaten (z.B. Niederschläge und Sonneneinstrahlung) sowie naturräumliche Gegebenheiten und anthropogene Einflüsse im Einzugsgebiet bzw. am Standort (z.B. Bodenarten, Zuflüsse, Regenüberlaufbauwerke, Kläranlagen, landwirtschaftliche Belastung etc.) mit in die Betrachtung unserer Messreihen ein.
Nur so lassen sich beispielsweise Rückschlüsse auf unterschiedliche Eintragspfade ziehen und Unteein Bild der Theelrscheidungen von Belastungen aus punktuellen und diffusen Quellen sowie auf Einträge durch Oberflächenabfluss und Zwischenabfluss vornehmen. Zudem kann die Entfernung diffuser Eintragsquellen vom Messstandort abgeschätzt und die Einflüsse punktueller Einträge (Kläranlagen, Regenüberläufe) ermittelt werden und zudem die Auswirkungen von Belastungen und deren Dauer auf das Ökosystem beobachtet werden. Nicht zuletzt erlauben unsere Interpretationen auch,  für das Einzugsgebiet typische Grundbelastungen und Saisonalitäten aufzuzeigen und so die Sensibilität einzelner Standorte gegenüber Belastungen und Veränderungen abzuschätzen.
Die Darstellung der kontinuierlich erhobenen Daten als Stunden- , Tages- und Monatsmittelwerten sowie von Minima und Maxima für Konzentrationen und Frachten erlaubt den Vergleich mit konventionell erhobenen Messwerten und die Herausstellung von Extremsituationen im Gewässer.
Aufgrund ihres hohen Aussagegehaltes eignen sich die von uns angewandten Methoden und Interpretationsansätze hervorragend zur Bewertung von im Einzugsgebiet auftretenden Veränderungen sowie zur Überprüfung der Effektivität unterschiedlichster Maßnahmen, die zwecks Verbesserung der Gewässerqualität durchgeführt werden.
Die Messstationen können dank ihres modularen Aufbaus an zahlreiche Fragestellungen angepasst oder zur Kostenminimierung auf entscheidende Indikator-Parameter reduziert werden.

Aussagegehalt

Unsere Messungen können unter anderem eingesetzt werden zur:
•    Erfassung von tages- und jahreszeitlichen Schwankungen
•    Abschätzung der Herkunft und der Eintragswege von Belastungen
•    Erfassung von einzugsgebietstypischer „Hintergrundbelastung“
•    Dauerüberwachung (z.B. zur Erstellung eines Frühwarn-Systemes)
•    Erfassung von Beeinträchtigungen des Grundwassers
•    Erfassung von Eutrophierungszuständen
•    Erfassung von Belastungen aus der Landwirtschaft und Einträgen aus Kläranlagen
•    Erfassung von industriellen Einleitungen und Wärmeeinleitungen
•    Erfassung der Belastungsdauer
•    Abschätzung des Einflusses von Belastungen auf das ökologische Gleichgewicht
•    Erfassung von nutzungsbedingten und/oder klimatischen Veränderungen (Niedrigwassermanagement)
•    Überprüfung der Effektivität von durchgeführten Maßnahmen
•    Berechnung von Frachten (z.B. als Tonnen pro Jahr)
•    Kalibrierung von Modellierungsprogrammen
•    u.v.m. 

 

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